Februar 2016: Vortrag zum Thema "Wildschweine" - Rhönklub Burghaun
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Februar 2016: Vortrag zum Thema „Wildschweine“

Februar 2016: Vortrag zum Thema „Wildschweine“

Dipl. Biologe Joachim Jenrich informierte über kluges und anpassungsfähiges Schwarzwild in unseren heimischen Wäldern

BURGHAUN. Zu einem interessanten Vortrag zum Thema „Wildscheine“ hatte der Rhönklub-Zweigverein Burghaun in die Haune-Halle eingeladen. Als Referent konnte der 1. Vorsitzende Alexander Hohmann den Diplom-Biologe Joachim Jenrich begrüßen. Jenrich, der unter anderem auch für das Biosphärenreservat Rhön und in der Jägerausbildung tätig ist, hat sich einen Namen als anerkannter Kenner der heimischen Fauna und Flora gemacht und konnte zudem aus seinem großen Schatz an Erfahrungen als passionierter Jäger berichten. Zur Veranschaulichung hatte Jenrich zahlreiche Wildschweinpräparate sowie einen großen Fundus an selbst geschossenen Fotos mit nach Burghaun gebracht. Somit wurde der rund 2-stündige Vortrag niemals langweilig, vielmehr gelang es dem Biologen, die Zuhörer immer mehr in seinen Bann zu ziehen und ein umfassendes und mit zahlreichen Neuigkeiten versehenes Gesamtbild zu erzeugen.

Zunächst erläuterte er Körperbau und Gebiss der Wildschweine. Die Tiere sind stämmig und massiv. Männliche Tiere können bis zu 200 Kilogramm schwer werden. Eine Lebenserwartung von 20 Jahren ist möglich. Der massige Kopf wirkt im Verhältnis zu den Beinen fast zu groß, Gehör und Geruchssinn sind in besonderem Maße ausgebildet. Das kräftige Gebiss ist mit 44 Zähnen besetzt. Die Eckzähne krümmen sich bei männlichen Tieren deutlich nach oben, sind scharf und dienen als durchaus gefährliche Waffe. Das Fell des ausgewachsenen Wildschweins wird im Winter dunkelgrau bis braun-schwarz und ist mit langen borstigen Deckhaaren und kurzen feinen Wollhaaren besetzt. Der eingeschlossene Luftraum zwischen den Haaren und das eingelagerte Körperfett verhindert im Winter eine zu große Abgabe der Körperwärme. Die glatten Deckhaare schützen die Haut, wenn das Wildschwein durch das Dickicht zieht. Im Frühling wird das dichte Winterfell abgeworfen und das hellspitzige Sommerfell wird produziert. Der Wildscheinnachwuchs, die sogenannten „Frischlinge“, hat ein hellbraunes Fell, welches meisten 4-5 gelbliche Streifen hat, die von den Schultern bis zu den Hinterbeinen reichen.

Wildschweine können sich bestens den verschiedensten Lebensräumen anpassen. Sie sind Allesfresser und finden schnell neue Nahrung. Bei der Futtersuche durchwühlt das Wildschwein die Erde und sucht nach Käfern, Würmern, Mäusen, Pilzen, Schnecken und auch nach essbaren Wurzeln. Auch Aas gehört zum Speiseplan der Tiere. Bei der Nahrungssuche können Sie erhebliche Schäden in landwirtschaftlichen Flächen aber auch in unseren Wäldern hinterlassen, was eine regelmäßige Reduzierung der Bestände nötig macht. Insbesondere durch die zurückliegenden milden Winter haben sich die Bestände an Wildschweine überproportional vergrößert. Diese Wildschweinentwicklung wird in den letzten Jahrzehnten auch an der Jagdstrecke deutlich. In Deutschland wurden 2000 – 2003 erstmals mehr als 500.000 Wildschweine geschossen, wobei vermehrt Wildschweine auch am Rande und in unseren Dörfern und Städten zu finden sind. Beispielsweise zeigen sich die Wildschweine in unserer Hauptstadt Berlin. Im Jahr 2003 wurden dort 2 Tiere erschossen, die einen Ausflug auf den Alexanderplatz machten. In Berlin werden aktuell etwa 10.000 Wildschweine vermutet.

Angereichert durch zahlreiche selbst gemachten Jagderfahrungen konnte Jenrich berichten, wie klug sich die Tiere auch den Jägern bei der Nahrungssuche in unserer Kulturlandschaft bewegen und sich dabei immer wieder aufs Neue den Jagdbemühungen entziehen.

Zum Abschluss des Abends wurde passend zum Thema noch leckere Wildscheinwurst angeboten, hergestellt und gestiftet vom 2. Vorsitzenden des Zweigvereins, Peter Mohr. die Diese fand bei den Gästen großen Anklang.

 

 

Date

07.03.2016